Der Betrieb läuft seit dreißig Jahren. Heißt nicht, dass er sich rechnet.
Du hast einen Betrieb im Blick — vielleicht den, in dem Du arbeitest. Der Inhaber will aufhören, die Kunden sind da, die Maschinen laufen. Und dann liegt eine Zahl auf dem Tisch, die jemand genannt hat, ohne dass Du weißt, wie er darauf kommt.
Genau da fängt meine Arbeit an. Nicht bei der Frage, ob der Betrieb gut ist — das kannst Du besser beurteilen als ich. Sondern bei der Frage, ob der Preis stimmt und ob das, was danach übrig bleibt, den Kredit trägt.
Erstgespräch vereinbarenDreißig Minuten, kostenfrei. Am besten, bevor Du ein Angebot abgibst — danach ist die Verhandlungsposition eine andere.
Torsten Schrimper
Dipl.-Kfm. · rechnet Übernahmen seit 1992
Die vier Fragen vor der Unterschrift
- Was ist der Betrieb wert? Nicht das, was beim Anlagevermögen in der Bilanz steht — sondern das, was er künftig erwirtschaftet, und wie viel davon am bisherigen Inhaber hängt.
- Trägt er den Kapitaldienst? Nach Deinen Privatentnahmen und den Steuern: Bleibt genug für Zins und Tilgung, und wie viel Luft ist darin?
- Was ändert sich mit Dir? Kunden, die wegen des Alten kommen. Ein Mitarbeiter, der mit ihm geht. Preise, die zehn Jahre nicht angefasst wurden. Das gehört in die Rechnung, nicht in die Hoffnung.
- Wie wird es finanziert? Eigenmittel, Hausbank, Förderdarlehen, oft eine Bürgschaft — und bei Handwerksmeistern kommt die Meistergründungsprämie dazu, mit einem Bonus für Übernahmen.
Du bist in einer besseren Position, als Du denkst
Übernehmer glauben oft, sie müssten sich bewerben. Der Markt sagt etwas anderes: Es gibt deutlich mehr Betriebe, die abgegeben werden sollen, als Menschen, die einen übernehmen wollen.
über 2 : 1
so stehen Übergabewillige zu Interessierten. Der Übernehmer ist die knappe Seite, nicht der Betrieb.
+17,4 %
mehr Betriebsübernahmen im Kammerbezirk Dortmund 2025 — bei gleichzeitig 10,4 % weniger Neugründungen.
4 von 10
Übernahmeinteressierten scheitern an der Finanzierung. Nicht am Betrieb, nicht am Preis — an der Finanzierung.
Quellen: ZDH-Sonderumfrage zur Betriebsnachfolge im Handwerk, Handwerkskammer Dortmund (Jahreszahlen 2025). Zusammengestellt 08/2026.
Der letzte Punkt ist der wichtigste — und der einzige, an dem sich etwas machen lässt. Ob ein Betrieb zu Dir passt, entscheidet Dein Urteil. Ob die Bank mitgeht, entscheidet die Rechnung. Und die entsteht nicht am Abend vor dem Termin.
Woher der Kaufpreis kommt — und woher er kommen sollte
In der Praxis nennt oft der Übergeber eine Zahl. Sie entsteht aus dem, was er hineingesteckt hat, aus dem, was er für seine Altersvorsorge braucht, und aus dem, was der Nachbar angeblich bekommen hat. Keiner dieser drei Wege sagt etwas darüber, was der Betrieb wert ist.
Wert entsteht aus dem, was künftig übrig bleibt — bereinigt um Sondereffekte, um einen angemessenen Unternehmerlohn und um alles, was am scheidenden Inhaber hängt. Ein Betrieb, dessen Kunden wegen des Meisters kommen, ist für Dich weniger wert als für ihn. Das ist keine Verhandlungstaktik, das ist eine Tatsache, die in die Zahlen gehört.
Laut der Sonderumfrage des Zentralverbands nennen vier von zehn übergabewilligen Betrieben die Bewertung als ihr Hauptproblem, und nur etwa jeder fünfte hatte überhaupt eine. Das heißt für Dich: In den meisten Gesprächen sitzt niemand am Tisch, der die Zahl begründen kann. Wenn Du der Erste bist, verhandelst Du anders.
Was in die Bewertung hineingehört
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Ein echter Unternehmerlohn
Wenn der Inhaber sich 20.000 € im Jahr auszahlt und siebzig Stunden arbeitet, ist der ausgewiesene Gewinn geschönt. Für Dich zählt, was übrig bleibt, wenn Deine Arbeit marktüblich bezahlt wird.
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Der Investitionsstau
Maschinen am Ende der Nutzungsdauer, ein zwölf Jahre alter Fuhrpark, eine Software von gestern. Was Du im ersten Jahr nachholen musst, ist Teil des Kaufpreises.
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Die Abhängigkeiten
Ein Kunde mit vierzig Prozent Umsatzanteil. Ein Mitarbeiter, der alles kann und in zwei Jahren geht. Der Mietvertrag, der auf den Inhaber läuft.
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Die Übergangszeit
Wie lange bleibt der bisherige Inhaber, in welcher Rolle, und was kostet das? Ohne Übergabe verlierst Du Kunden, mit zu langer Übergabe wirst Du nicht Chef.
Wie das abläuft
Der wichtigste Schritt ist der erste — und er passiert vor dem Angebot, nicht danach.
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Erstgespräch
Dreißig Minuten, kostenfrei. Was für ein Betrieb, welche Größenordnung, wie weit sind die Gespräche, und wovon lebst Du bis dahin. Danach weißt Du, was zu prüfen ist und was die Arbeit kostet.
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Die Zahlen des Betriebs
Jahresabschlüsse der letzten drei Jahre, die aktuelle BWA, die Anlagenübersicht, laufende Verträge. Ich lese mich ein und bereinige, was bereinigt gehört — Unternehmerlohn, Sondereffekte, private Posten.
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Die Bewertung
Was der Betrieb in Deiner Hand wert ist, mit Rechenweg. Nicht als Gutachten für ein Gericht, sondern als belastbare Grundlage für Deine Verhandlung und Dein Bankgespräch.
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Deine Planung
Wie es unter Dir weitergeht: Umsatz, Kosten, Investitionen, Personal — und daraus der Kapitaldienst. Hier zeigt sich, ob und zu welchem Preis die Übernahme trägt.
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Finanzierung und Förderung
Die Struktur aus Eigenmitteln, Hausbankdarlehen, Förderkrediten und gegebenenfalls einer Bürgschaft. Bei Handwerksmeistern gehört die Meistergründungsprämie dazu — mit dem entscheidenden Detail, dass der Antrag vor der Unterschrift gestellt sein muss.
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Das Bankgespräch
Wir gehen vorher die Fragen durch, die kommen werden. Auf Wunsch komme ich mit.
Der teuerste Fehler passiert vor der Unterschrift
Bei mehreren Förderprogrammen gilt das Vorhaben als begonnen, sobald Du den Kaufvertrag unterschreibst, eine Maschine bestellst oder das Gewerbe anmeldest. Ab diesem Moment ist die Förderung weg — vollständig, ohne Ausnahme und ohne dass Dich jemand vorher warnt.
Das betrifft in Nordrhein-Westfalen besonders die Meistergründungsprämie, die es auch für Übernahmen gibt und die im fünfstelligen Bereich liegen kann. Der Antrag läuft über die Handwerkskammer und braucht Zeit. Wer hier die Reihenfolge vertauscht, verschenkt mehr Geld, als die gesamte Beratung kostet.
Deshalb der einzige Rat, den ich auf dieser Seite gebe: Sprich mit jemandem, bevor Du unterschreibst. Nicht unbedingt mit mir — aber mit jemandem.
Was das kostet
Festpreis, vorher genannt
Du bekommst vor dem Start einen Preis für das ganze Vorhaben — keinen Stundensatz. Die Höhe hängt davon ab, wie umfangreich der Betrieb ist und wie vollständig seine Unterlagen sind. Nach dem Erstgespräch nenne ich sie verbindlich.
Kostenfrei ist das Erstgespräch. Wenn Du danach nicht weitermachst, entstehen Dir keine Kosten.
Zur Einordnung
Bei einer Übernahme geht es meist um einen sechsstelligen Kaufpreis und eine Finanzierung über zehn Jahre oder länger. Zwanzigtausend Euro zu viel im Kaufpreis kosten Dich über die Laufzeit ein Vielfaches dessen, was die Prüfung kostet — und ein halber Zinspunkt bewegt ebenfalls mehr Geld als jedes Honorar.
Das ist kein Verkaufsargument, sondern die Größenordnung. Wer bei dieser Entscheidung an der Prüfung spart, spart an der falschen Stelle.
Zwei Fälle daneben
Du gründest neu statt zu übernehmen?
Dann gelten andere Förderwege — und je nachdem, wovon Du gerade lebst, stehen Dir Gründungszuschuss oder AVGS offen.
Zur GründungsberatungEs geht um eine Investition, nicht um eine Übernahme?
Maschine, Halle, Erweiterung: Die Rechnung ist dieselbe, nur ohne Kaufpreisfrage. Kapitalbedarf, Liquidität, Kapitaldienst.
Zur FinanzierungHäufige Fragen
Wann ist der richtige Zeitpunkt, Dich zu holen?
Sobald eine Zahl im Raum steht — spätestens aber, bevor Du ein Angebot abgibst. Danach lässt sich der Preis nur noch schwer korrigieren, und mehrere Förderprogramme sind mit der Unterschrift verloren.
Machst Du eine offizielle Unternehmensbewertung?
Ich rechne den Wert nachvollziehbar her und lege den Rechenweg offen — das ist die Grundlage für Deine Verhandlung und für die Bank. Ein Gutachten für ein Gericht oder für das Finanzamt ist etwas anderes; wenn das gebraucht wird, sage ich es Dir und Du bekommst eine Empfehlung.
Der Übergeber hat schon einen Steuerberater. Reicht das nicht?
Sein Steuerberater vertritt seine Interessen, und das ist völlig in Ordnung. Nur sitzt dann auf Deiner Seite niemand, der die Zahlen prüft. Bei einem sechsstelligen Kaufpreis ist das eine ungleiche Verteilung.
Was, wenn sich zeigt, dass der Preis zu hoch ist?
Dann erfährst Du es von mir, mit Begründung. Oft lässt sich daraus eine Verhandlung machen — über den Preis, über eine Ratenzahlung, über eine längere Übergangszeit. Manchmal ist die ehrliche Antwort, es zu lassen. Auch das ist ein Ergebnis, und ein billiges.
Ich habe den Betrieb noch nicht, ich suche noch. Zu früh?
Nein. Wer vorher weiß, welche Größenordnung er finanzieren kann und worauf er in den Zahlen achten muss, sucht gezielter und erkennt schneller, wenn etwas nicht passt.
Bin ich als Angestellter des Betriebs im Vorteil?
Fachlich ja — Du kennst die Kunden, die Abläufe und die Schwachstellen. Wirtschaftlich ist es zweischneidig: Wer den Betrieb liebt, zahlt leicht zu viel. Genau deshalb ist es sinnvoll, die Zahlen von jemandem rechnen zu lassen, der ihn nicht liebt.
Rechnen, bevor Du unterschreibst.
Dreißig Minuten, kostenfrei: Du erzählst, um was für einen Betrieb es geht und wie weit die Gespräche sind. Danach weißt Du, was zu prüfen ist, welche Förderung noch offensteht und was die Arbeit kostet.
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