Torsten Schrimper

Der Plan ist fertig. Und jetzt schaut keiner mehr drauf.

Die Beratung endet mit dem fertigen Businessplan, die Maßnahme ist abgerechnet, der Berater ist weg. Der Steuerberater bucht, was Du ihm gibst. Und Dein Plan — die Grundlage, auf der alles steht — liegt ab jetzt in der Schublade.

Dabei sind die ersten zwei Jahre die gefährlichsten — und das gefährlichste daran ist selten das Geschäft. Es ist die Zeitverschiebung zwischen dem, was Du verdienst, und dem, was davon wann abfließt.

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Dreißig Minuten, kostenfrei. Auch dann, wenn der Plan nicht von mir ist.

Torsten Schrimper Torsten Schrimper Dipl.-Kfm. · begleitet Gründungen seit 1992

Woran es im zweiten Jahr meistens hakt

  • Die erste Steuerlast

    Nachzahlung für das erste Jahr und die erste Vorauszahlung für das zweite kommen zusammen — bei einem Betrieb, der gerade erst trägt.

  • Der Preis beruhte auf einer Annahme

    Vor dem Start lässt sich kalkulieren, wie lange eine Arbeit dauern sollte. Nach einem Jahr weißt Du, wie lange sie dauert — mit Nacharbeit, Anfahrt und dem Kunden, der dreimal anruft. Das ist kein Planungsfehler, das ist der Erkenntnisgewinn, den nur die Praxis liefert.

  • Die Förderung endet

    Der Gründungszuschuss läuft aus — ab dann muss der Umsatz tragen, was vorher die Förderung getragen hat.

  • Niemand vergleicht mehr

    Der Plan sagte etwas, die Wirklichkeit sagt etwas anderes. Wer das nicht nebeneinanderlegt, merkt Abweichungen erst, wenn sie groß sind.

Was wann auf Dich zukommt

Die Reihenfolge ist bei fast allen gleich. Wer sie kennt, wird von keinem Punkt überrascht — und das ist der halbe Gewinn.

  1. Die ersten Monate

    Es kommen weniger Aufträge als erhofft und mehr Kosten als geplant — das ist der Normalfall, nicht das Warnsignal. Wichtig ist jetzt nur eines: dass Du Deine Zahlen überhaupt festhältst, sauber getrennt von privat.

  2. Nach drei bis sechs Monaten

    Die erste ehrliche Gegenüberstellung: Was hast Du geplant, was ist eingetreten? Jetzt sind genug Monate da, um ein Muster zu erkennen — und noch genug Zeit, um zu reagieren, ohne dass es weh tut.

  3. Nach etwa einem Jahr

    Der Preis gehört auf den Prüfstand — nicht weil er falsch kalkuliert war, sondern weil Du jetzt echte Zahlen hast statt Annahmen. Wie lange dauert ein Auftrag wirklich, was frisst er an Material und Nebenzeit? Der Abstand zwischen Kalkulation und Wirklichkeit ist die interessanteste Zahl Deines ersten Jahres.

  4. Die erste Steuererklärung

    Und mit ihr die Nachzahlung für das erste Jahr, oft im selben Quartal wie die erste Vorauszahlung für das zweite. Wer gesetzlich krankenversichert ist, bekommt häufig im selben Zeitraum auch den Beitrag angepasst — die Kasse rechnet dann mit dem Einkommen aus dem Steuerbescheid. Wer dafür nichts zurückgelegt hat, hat ein Liquiditätsproblem, obwohl das Geschäft läuft.

  5. Wenn die Förderung ausläuft

    Der Gründungszuschuss endet — und mit ihm ein Betrag, der bis dahin jeden Monat sicher kam. Ab hier muss der Umsatz tragen, was vorher die Förderung getragen hat. Dieser Punkt gehört ins erste Jahr eingeplant, nicht ins zweite.

  6. Die erste Einstellung

    Ein Mitarbeiter kostet weit mehr als sein Gehalt, und er kostet ab dem ersten Tag, während er erst nach Monaten trägt. Das ist der Schritt, bei dem die meisten zum ersten Mal wirklich rechnen müssen.

Die Stelle, an der es die meisten erwischt

Wer ohne durchgerechnete Planung gestartet ist, trifft im zweiten Jahr auf eine Rechnung, mit der er nicht gerechnet hat. Im ersten Jahr zahlst Du oft wenig oder keine Einkommensteuer — das Finanzamt kennt Dich noch nicht und hat nichts festgesetzt. Das fühlt sich gut an und ist trügerisch: Die Steuer entsteht trotzdem, sie wird nur später eingefordert.

Wenn die erste Erklärung durch ist, kommen zwei Dinge auf einmal: die Nachzahlung für das vergangene Jahr und die erste Vorauszahlung für das laufende. Häufig im selben Quartal. Wer nichts zurückgelegt hat, steht mit einem Betrieb da, der läuft, und kann trotzdem nicht zahlen.

Dasselbe Muster gilt für die Umsatzsteuer: Was Du vereinnahmst, gehört Dir nur zum Teil. Auf dem Konto sieht es aus wie Umsatz, und ein Teil davon ist durchlaufender Posten.

Wer bei mir geplant hat, kennt diese Zahl

In der Planung rechne ich die Steuerlast mit — Einkommensteuer, Gewerbesteuer, bei einer Kapitalgesellschaft die Körperschaftsteuer. Meine Klienten wissen deshalb vom ersten Termin an, was in welchem Jahr auf sie zukommt, und sehen es in der Liquiditätsvorschau stehen.

Was ich nicht mache, ist die Steuererklärung und die steuerliche Gestaltung. Das ist die Arbeit Deines Steuerberaters, und die verbindliche Zahl kommt von ihm. Meine Frage ist eine andere: Ist das Geld da, wenn die Steuer fällig wird?

Was dagegen hilft

  • Ein zweites Konto

    Was nicht Dir gehört, liegt nicht auf dem Geschäftskonto. Klingt banal und wirkt sofort — es ist die einzige Maßnahme dieser Liste, die nichts kostet und keine Zeit braucht.

  • Eine Vorschau statt einer Rückschau

    Nicht was war, sondern was in den nächsten sechs Monaten aufs Konto zu- und abfließt — mit Deinen Zahlungszielen, den Steuerterminen und dem, was Du privat brauchst.

  • Ein realistischer Unternehmerlohn

    Was Du Dir entnimmst, gehört in die Planung wie jede andere Kostenposition. Wer sich zu wenig entnimmt, merkt das erst, wenn privat etwas kaputtgeht.

  • Ein Blick alle drei Monate

    Häufiger braucht es am Anfang nicht, seltener merkt man Abweichungen zu spät. Eine Stunde im Quartal reicht, wenn die Zahlen vorbereitet sind.

Vier Anlässe, bei denen sich das lohnt

Es läuft schlechter als geplant

Weniger Aufträge, längere Zahlungsziele, höhere Kosten. Je früher wir nachrechnen, desto mehr Wege stehen offen — und desto seltener ist es das Geschäftsmodell, das nicht trägt. Meistens sind es zwei, drei Stellschrauben.

Es läuft besser als geplant

Klingt nach keinem Problem und ist eins. Wachstum bindet Geld: mehr Material, mehr Vorleistung, längere Zahlungsziele, vielleicht ein Mitarbeiter. Wer schnell wächst, kann an Liquidität scheitern, während der Gewinn steigt.

Vom Nebenerwerb in den Vollerwerb

Erste Kunden sind da, der Hauptjob läuft noch. Die Frage ist nicht, ob es nebenbei funktioniert — sondern ob es trägt, wenn Dein ganzes Einkommen daraus kommen soll, inklusive Krankenversicherung und Altersvorsorge.

Der erste Mitarbeiter

Bruttolohn plus Nebenkosten, Ausfallzeiten, Einarbeitung, und ein Fixkostenblock, der bleibt, wenn ein Monat schlecht läuft. Das gehört durchgerechnet, bevor die Anzeige online geht.

Aus dem Plan wird irgendwann Steuerung

Dein Businessplan war eine Sammlung begründeter Annahmen. Nach ein paar Monaten gibt es echte Zahlen, und ab da lässt sich beides nebeneinanderlegen: Was war geplant, was ist eingetreten, und woran liegt der Unterschied?

Das ist derselbe Vorgang, den größere Betriebe monatlich machen. Am Anfang reicht es quartalsweise — Hauptsache, es passiert überhaupt. Wer diesen Vergleich ein Jahr lang durchhält, kennt seinen Betrieb danach in Zahlen und braucht mich seltener, nicht öfter.

Wie laufendes Controlling aussieht

Wenn der Plan nicht von mir ist

Dann ist das kein Hindernis. Ich arbeite regelmäßig mit Unterlagen weiter, die jemand anderes erstellt hat — und nehme sie so, wie sie sind. Was fehlt, ergänzen wir; was nicht mehr passt, ziehen wir nach.

Und wenn Du gar keinen Plan hast, weil es ohne ging: Auch dann fangen wir nicht bei null an. Dein erstes Geschäftsjahr ist die bessere Grundlage als jede Schätzung, die ein Gründer vorher abgeben muss.

Was das kostet

Das hängt davon ab, was Du brauchst. Ein einzelner Termin, in dem wir Deine ersten Monate durchgehen und eine Liquiditätsvorschau aufsetzen, ist etwas anderes als eine laufende Begleitung. Beides bekommst Du zum Festpreis, den ich nach dem Erstgespräch verbindlich nenne — keine Stundenabrechnung.

Kostenfrei ist das Erstgespräch. Dreißig Minuten, in denen wir uns ansehen, wo Du stehst. Wenn Du danach allein weitermachst, entstehen Dir keine Kosten.

Für bestehende Betriebe kommt je nach Fall die BAFA-Förderung für Unternehmensberatungen in Betracht. Die Gründungsprogramme greifen dagegen nicht mehr — AVGS, Gründungszuschuss und das NRW-Beratungsprogramm sind vor und bei der Gründung da, nicht danach. Was für Dich möglich ist, prüfe ich vor dem Start.

Häufige Fragen

Ich habe doch einen Steuerberater. Reicht das nicht?

Für Buchhaltung und Steuern ja — dafür ist er da, und dafür braucht es ihn. Die eigentliche Frage ist, ob er auch nach vorn rechnet: wie sich Dein Kontostand in den nächsten sechs Monaten entwickelt, ob eine Investition trägt, was ein Mitarbeiter wirklich kostet. Manche Kanzleien bieten das an, andere nicht, weil es nicht ihr Schwerpunkt ist. Frag ihn einfach. Bietet er es an, brauchst Du mich dafür nicht — und wenn nicht, übernehme ich es und arbeite mit ihm zusammen, weil ich seine Zahlen als Grundlage brauche.

Ab wann ist der richtige Zeitpunkt?

Wenn drei bis sechs Monate Zahlen vorliegen. Vorher sind die Werte zu zufällig, um daraus etwas abzulesen. Bei einer konkreten Entscheidung — Einstellung, Investition, Preisänderung — auch früher.

Meine Zahlen sind ein Chaos. Ist das ein Problem?

Nein, das ist der Normalzustand im ersten Jahr. Ich brauche keine aufgeräumten Unterlagen, sondern die echten. Ordnung ist das Ergebnis der Arbeit, nicht ihre Voraussetzung.

Was, wenn sich zeigt, dass es nicht trägt?

Dann erfährst Du es zu einem Zeitpunkt, an dem sich noch etwas machen lässt — Preise, Kosten, Ausrichtung, notfalls ein geordneter Rückzug. Das ist deutlich billiger als dieselbe Erkenntnis ein Jahr später mit Schulden dazu.

Läuft das auch online?

Ja, und meistens ist das praktischer. Die Unterlagen gehen ohnehin digital hin und her, und im Termin schauen wir beide auf denselben Bildschirm.

Bring Deine ersten Monate mit.

Dreißig Minuten, kostenfrei. Wir sehen uns an, was aus Deinem Plan geworden ist, wo es klemmt und was in den nächsten sechs Monaten auf Dich zukommt. Auch wenn der Plan nicht von mir ist.

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